Bildungswerk – Theologisches Seminar
Theologisches Seminar im Karmel 2012
“Menschensohn – Gottessohn”
Im Mittelpunkt christlichen Glaubens steht Jesus von Nazareth: sein Lebensweg, seine Verkündigung, sein Schicksal, seine Beziehung zu Gott und seine Nähe zu den Menschen “nach Christus” .
Aber wer war / wer ist dieser Jesus? Gottessohn? Menschensohn? Wie verstand er seinen Auftrag? Wie nah war er Gott? Wie erfuhr er Angst und Verlassenheit? Musste Jesus erst lernen zu glauben …? Und wie kam er den Menschen nach Ostern nahe? Was bedeutet “an Jesus glauben”? Ihn anbeten – oder ihm nachfolgen?
In diesen zentralen Fragen werden auch unter katholischen Theologen die Akzente unterschiedlich gesetzt. Das zeigen auch die neuesten Jesus-Bücher (Joseph Ratzinger, Gerhard Lohfink, Hans Küng, Wilhelm Bruners u.a.). Steht eine “Christologie von unten” gegen eine “Christologie von oben”?
Das soll im Text-Seminar im Vergleich ausgewählter Motive untersucht werden.
Das Gesamtprogramm umfasst einen Vortragsabend und 2 Textseminar-Sitzungen.
Eine Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen ist möglich. Für die Teilnahme am Textseminar werden aber der Besuch des Vortragsabends und die häusliche Lektüre von bestimmten theologischen Texten vorausgesetzt. Eine entsprechende Zusammenstellung (Texte-Reader) kann am Vortragsabend erworben werden.
Montag 27. Februar 19.30 – 21.45 Uhr
Was bedeutet “An Jesus glauben”? - Von Wandlungen der Glaubenssprache
Vortrag von Prof. Dr. Franz-Josef Nocke, Duisburg
Montag 12. März 19.30 – 21.45 Uhr
Besprechung ausgewählter Texte (Teil I)
Montag 19. März 19.30 – 21.45 Uhr
Besprechung ausgewählter Texte (Teil II)
Leitung: Prof. Dr. Franz-Josef Nocke
Mittwoch 14. März 19.30 – 21.45 Uhr
VERANSTALTUNG ZUR “WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT” 2012
Jahresthema: In Verantwortung für den Anderen – 60 Jahre Woche der Brüderlichkeit
Die Deutschen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit laden in jedem Jahr im März zur WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT ein. Im Rahmen dieser Woche wird die Buber-Rosenzweig-Medaille an eine Persönlichkeit verliehen, die sich besondere Verdienste im Bereich des jüdisch-christlichen Gesprächs bzw. des Gesprächs zwischen den Religionen erworben hat. 2012 ist der Preisträger Präses Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Im Jahr 2012 findet die Woche der Brüderlichkeit zum 60. Mal statt. Das Jahresthema wird im Mittelpunkt der Vortragsveranstaltung im Karmel stehen.
Kath. Stadthaus, Wieberplatz 2, DU-Mitte.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg-Mülheim-Oberhausen e.V. statt
“büber liest”
Montag 26 . März 19.30 – 21.45 Uhr
Pia Büber liest Büber liest den ägyptischen Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus – “Karnak-Café”
Ungeahnt aktuell erscheint heute wieder dieses Werk von Nagib Machfus angesichts des gegenwärtigen Umwälzungsprozesses in Ägypten. Schon einmal war von einer “Revolution” die Rede, nämlich derjenigen Nassers von 1952. Der Roman “Karnak-Café” nimmt zwar seinen Ausgang am 6-Tage-Krieg 1967, doch kreist er eigentlich um die Themen Gewalt, Folter, Spitzelherrschaft und Denunziantentum durch die herrschende Elite und beleuchtet kritisch, was aus Nassers Revolution geworden ist. Denn dies ist es, was die glühendsten Revolutionsanhänger, die ägyptische Jugend, der Machfus’ ganze Sympathie gilt, schließlich nach schmerzhafter Erfahrung desillusioniert. Die Revolutionäre von einst unterscheiden sich nicht von dem, was wir aus der DDR und anderen ehemaligen Ostblock-Staaten kennen, nur schrecken die ägyptischen Machthaber auch vor Folter nicht zurück. Schauplatz für diese Geschichte Ägyptens ist einzig das kleine Karnak-Café im Zentrum Kairos. Am Bespiel weniger Protagonisten rollt Machfus die Geschichte auf.
Lesung mit Live-Musik.
Montag 23. April 19.30 – 21.45 Uhr
“Was Gott ist, bestimme ich!”
Christlicher Glaube und moderne Patchwork-Religiosität
Welche Art von Religion wollen heutige Menschen? Stimmt es, dass heute jeder und jede sich individuell seine oder ihre Religion zusammenbastelt? Liegen sie wirklich alle gerne unter der möglichst bunten und abwechslungsreichen, aber sonst beliebig zusammengesetzten Patchwork-Decke einer ‘Wellness-Religion’, die dann wahr ist, wenn sie gut tut? Oder ist es vielleicht eine Illusion zu meinen, es hätte je ein religiöses Selbstverständnis gegeben, das sich an einen klaren Kanon von Glaubenssätzen gehalten hat? Und wenn das stimmt, stellt sich die Frage: Woran kann sich der einzelne Mensch religiös orientieren? Und wie kann er für sein Leben Sinn finden? Welche Bedeutung hat die kirchliche Tradition unter diesen Vorzeichen? Patchwork-Religiosität ist eine Anfrage an die Anthropologie und sie stellt die Kirchen vor die Herausforderung, ihre eigene Identität zu reflektieren, weil sie die Frage nach dem Verhältnis von christlichem Glauben und modernem Lebensgefühl ganz neu stellt.
Johanna Rahner ist Professorin für Systemathische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Kassel. Zu ihren Schwerpunkten zählen u. a. Ökumenische Theologie, moderne Religiosität sowie der subjektive Glaubenspluralismus in einer säkularen Gesellschaft.
Leitung: Prof. Dr. Johanna Rahner
Montag 04. Juni 19.30 – 21.45 Uhr
Jesus – Messias – Christus – Jüdisch-christliche Kontroversen
Das Sprechen von Jesus als dem Christus hat seinen Ursprung in der frühjüdischen Messiasvorstellung. Dann scheint allerdings eine Kontroverse unvermeidbar zu sein, die auf Jahrhunderte einen Trennungsstrich zwischen Juden und Christen mit sich brachte. Es gehört jedoch inzwischen zum jüdisch-christlichen Gespräch, dass es gerade die zentralen Kontroversen sind, die der theologischen Bearbeitung bedürfen. Ein wichtiger Gesprächspartner, der der messianischen Kontroverse möglichst auf den Grund gehen wollte, um in der bleibenden Differenz dennoch eine gemeinsame Basis zu eruieren, ist Emmanuel Levinas. Er fragt, ob die messianische Tradition des Judentums mit der christlichen Rede vom “Gott-Menschen” überhaupt ins Gespräch gebracht werden kann und welche Konsequenzen das für das jüdische Selbstverständnis haben könnte. Dies führt ihn allerdings nicht zu einer Anerkennung Jesu von Nazareth als des alleinigen Messias. Damit stellt sich dem jüdisch-christlichen Gespräch umso radikaler das Problem, ob die Frage des Heils für Juden und Christen in gleichem Maße vom Glauben an Jesus als dem Messias Gottes abhängt.
Prof. Dr. Dr. hc. Josef Wohlmuth lehrte Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt der jüdisch-christliche Dialog.
Leitung: Prof. Dr. Josef Wohlmuth
“büber liest”
Montag 11. Juni 19.30 – 21.45 Uhr
Pia Büber liest: Alfred Döblin – “Die Ermordung einer Butterblume” mit Andreas Jender am Klavier
Aus Anlass des 55. Todestages Alfred Döblins liest Pia Büber die frühe vergnüglich-groteske Novelle “Die Ermordung einer Butterblume” aus dem Jahr 1912. Alfred Döblin war ein in Berlin praktizierender Arzt jüdischer Herkunft und daher 1933 zur Emigration gezwungen, dessen Dissertation über “Gedächtnisstörungen bei der Korsakoffschen Psychose” er “cum laude” abschloss. Sein bekanntestes Buch ist “Berlin Alexanderplatz”.
In der hier zu hörenden Novelle wird eine zufällige Begebenheit des Protagonisten zum Auslöser einer psychotischen Krise, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahnwelt verschwimmen. Walter Muschg schreibt im Nachwort der Novelle: ‘Der Ruhm seines ersten Buches beruhte vor allem auf einigen Kabinettstücken tiefenpsychologischer Schilderung, in denen er den Ausbruch der im Normalbürger schlummernden seelischen Unterwelt beschreibt. In einem Augenblick gerät ein pedantisch umzirkeltes Menschendasein aus den Fugen, oder ein latent drohender Zwang führt es schrittweise und unausweichlich in die innere Katastrophe.’
Christina Althen meint 2004: ‘Spannend-skurril interpretiert Döblin das von Goethe bekannte Thema des Blumenköpfens (“Heidenröslein”), ebenso das gegenteilige Motiv des Ausgrabens und Verpflanzens (“Gefunden”). Die poetische Inszenierung einer paranoiden Entwicklung mit Abwehrritualen und Wahnausbreitung ist ungebrochen fesselnd, auch hundert Jahre nach ihrer Entstehung.’
Originalmusik von Andreas Jender am Klavier setzt die atmosphärischen Akzente des Lesabends.
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg-Mülheim-Oberhausen e.V. statt.
Veranstaltung zur “Woche der Brüderlichkeit” 2012
Jahresthema: In Verantwortung für den Anderen – 60 Jahre Woche der Brüderlichkeit
Die Deutschen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit laden in jedem Jahr im März zur WOCHE DER BRÜDERLICHKEIT ein. Im Rahmen dieser Woche wird die Buber-Rosenzweig-Medaille an eine Persönlichkeit verliehen, die sich besondere Verdienste im Bereich des jüdisch-christlichen Gesprächs bzw. des Gesprächs zwischen den Religionen erworben hat. 2012 ist der Preisträger Präses Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Im Jahr 2012 findet die Woche der Brüderlichkeit zum 60. Mal statt. Das Jahresthema wird im Mittelpunkt der Vortragsveranstaltung im Karmel stehen.
Leitung: N.N. Achtung NICHT in der Karmel-Begegnungsstätte
Kath. Stadthaus, Wieberplatz 2, DU-Mitte.

